Klassische Panoramen und Bilder aus der Cottbuser Stadtgeschichte

Vom Friedrich-Ludwig-Jahn-Freibad zur Lagune - die großen Bäder in der Sielower Straße in Cottbus


Am 15.6. 1960 erfolgte in der Stadt Cottbus die Eröffnung eines neuen Freibades, neben dem alten Strombad (beim "Stadion der Freundschaft") gab es nun auch das Friedrich-Ludwig-Jahn-Freibad an der Sielower Straße. Nach Plänen von Prof. Wilhelm Flemming (30.08.1910 Cottbus geboren, 07.10.1994 in Cottbus gestorben) entstand eine weitläufige Sportstätte, die sowohl für das normale Badevergnügen als auch für Schwimm- und Turmspring-Wettbewerbe genutzt werden konnte. Es umfasste drei Wasserbecken (1 Nichtschwimmerbecken, 1 Wettkampf-taugliches Schwimmbecken und ein Sprungbecken) Das Schwimm- und das Sprungbecken wurde auf der nördlichen Seite durch zwei seperate Zuschauertribühnen flankiert. Am Sprungbecken konnte man sich von den Sprunganlagen/ -Türmen aus 1,0/3,0/5,0/7.5 und 10m in das Wasser stürzen. Südlich und westlich der Schwimmanlagen bot eine reichlich bemessene Liegewiese, zwei Ballspielplätze sowie ein großer Sandkasten Besuchern entspanende und aktive Erholung. Unter den Tribünen waren die Umkleide-Kabinen untergebracht. Ein über Eck gehender Flachbau im Nordosten der Anlage, beherbergte den Eingangsbereich, einen kleinen Lebensmittel-Kiosk, Räume für die technischen Anlagen und Lager für diverse Ausrüstungsgegenstände.

F.L.Jahn-Schwimmbad in den 60ern auf einer alten Postkarte

Die nachfolgenden 3 Panoramen zeigen den Zustand von 1999. Das Schwimmbecken und das Sprungbecken waren schon verschwunden und sind durch zwei "Spaßbecken" ersetzt worden. Im Jahre 1993 entstand nahe des Eingangsbereichs eine Wasserrutsche, die schon 2006 beim Neubau der Lagune wieder abgerissen wurde. Die Eintrittspreise im "Jahn" waren sehr moderat und in jedem Fall nie Kosten-deckend. In den 60er Jahren musste man 20 bzw 50 DDR-Pfennige für den Badespaß zahlen, in den 80ern waren es um die 1 bzw. 2 DDR-Mark. 1989, zur Wende, sah man allerdings schon reichlich Verschleißerscheinungen auf der Anlage - Beton und Boden Kacheln bröckelten, die Becken zum Teil undicht und die Umkleidekabinen eher unappetitlich. Trotzdem in den folgenden Jahren immer wieder partiell am Bad gewerkelt wurde, blieb der altbackende Charme erhalten. Zudem hatten sich das Bade-Verhalten mit der Wende geändert. Mehr Spaßbad als Wettkampfbad war angesagt, Attraktionen mussten her.

In der überegionalen Zeitung "Neues Deutschland" stand am 11.05.1993: Freiluft-Badesaison in Cottbus eröffnet / Eine Riesenwasserrutsche ist am Wochenende im Cottbuser Schwimmstadion Friedrich-Ludwig-Jahn eingeweiht worden. Damit begann die Badesaison bei Wassertemperaturen von 16 Grad eine Woche früher als sonst. Nahezu 2 000 Mädchen und Jungen rutschten vom 15 Meter hohen Turm 56 Meter lang in das Nichtschwimmerbecken. Die Anlage aus Kunststoff kostet 180 000 Mark und wird von dem Freizeit- und Bäderbetrieb mit Leasingraten finanziert.

F.L.Jahn-Schwimmbad im September 2005

Bau der Lagune in Cottbus im November 2006

Bau der Lagune in Cottbus im November 2006

Erster Spatenstich für den Bau der Lagune

Blick auf die Schwimmbecken des Jahn-Schwimmbades

Blick auf die Schwimmbecken des Jahn-Schwimmbades

Rückbau des Eingangsbereiches des Jahn-Schwimmbades

Bau der Lagune in Cottbus (15.11.2006)

Bau der Lagune in Cottbus (15.11.2006)

Bau der Lagune in Cottbus im November 2006

Nach einem Jahr Bauzeit öffnete das Bad am 1. Mai 2007 und bietet mit seinen 5000 m² Wasserfläche für 1000 Gäste Platz. Der Bau selbst erhebt sich als streng geometrischer Baukörper über einem Technik-Keller, aus Beton und Kalksandstein, die großen Glasfassaden vermitteln Weite und Leichtigkeit. Das Freizeitbad Lagune an der Sielower Landstraße kostete rund 17 Millionen Euro.
Drei Tage nach der Eröffnung war der Betreiber des Bades, Wolfgang Tober zu Gast in der Talk-Reihe "PolitPiano". eine lesenswerte Zusammenfassung der Veranstaltung druckte der "Märkische Bote" deren Inhalt hier wiedergegeben wird:

Der Märkische Bote vom 05.05.2007
Unser Merkmal ist der Spaß
"Lagune"-Betreiber Wolfgang Tober drei Tage nach Bad- Eröffnung über Anlaufprobleme, Preise und neue Ideen
Cottbus (gg). Stress nimmt Wolfgang Tober gelassen - das war so, als der Bau der Lagune seinem Ende zuging und das bleibt auch so, nachdem das Bad nun glücklich eröffnet ist. Obwohl die ersten Besucherzahlen kühl rechnenden Wirtschaftlern den Schweiß ausbrechen ließen: 648 Gäste am 1. Mai, 246 am 2. Mai. "Nunja, da hat unser frisch zusammengestelltes Mitarbeiterteam eine bessere Chance, sich einzuarbeiten", kommentiert er und hat die wirklichen Erfolgszahlen immer noch im Blick: "Pro Tag 2500 Gäste können wir an Wochenenden ganz problemlos bewältigen - 1000 Spinte sind eingebaut, nicht jeder bleibt den ganzen Tag!" Gutes Gartenwetter und Schulzeiten verhindern solche Zahlen zur Zeit noch. Oder liegt es vielleicht an den Berührungsängsten der Cottbuser? "Die ersten Gäste waren meist überwältigt von der Größe des Bades - das hatten sie wohl nicht erwartet", schätzt Tober ein, der bereits in Ribnitz-Damgarten ein ähnliches Bad führt. Auch für Veranstaltungen hat sich das Cottbuser Bad nach der Bauleute-Party am 30. Mai empfohlen. "Wir haben extra auf eine gute Akustik geachtet und die Tribüne so gebaut, dass sie auch für Vereinsfeiern geeignet ist."
Mit rund 20000 bis 25000 Kubikmetern Wasserverbrauch im Jahr ist die Lagune bei der LWG, mit nicht unerheblichem Gas- und Fernwärmebedarf bei den Stadtwerken ein Großkunde geworden. Am Ende muss Tober auch die Betriebskosten gut durchrechnen. Für das Bad zahlt die Stadt den Kapitaldienst (Zinsen und Tilgung) in Höhe von 960 000 Euro im Jahr. Tober pachtet das Haus für 140 000 Euro und bekommt einen Zuschuss für den Vereins- und Schulsport von rund 100 000 Euro. 33 Arbeitsplätze hat er besetzt, um Sauna, Wellnessbereiche und Bad mit Fachleuten zu besetzen. Elf davon kommen aus der CMT und konnten dank Betriebsübergang gute Konditionen für ihre Entlohnung sichern. Aber auch die Neueinstellungen sind sorgsam ausgewählt: "Aus 850 Bewerbungen haben wir gesiebt - da blieben nur die wirklich guten übrig", ist er sich sicher.
Anlaufprobleme gab es auch deshalb wenig, denkt er. Die Technik, die früher aus einem Hahn mit Pumpe bestand, hat sich lange zur Touch-Screen-High-Technologie weiterentwickelt. Da sind pfiffige Köpfe gefragt, damit jeder Rutschen- oder Wellen-Ausfall schnell behoben ist. Der beschlagene Badplaner hat besonders hier auf neue Technologien gesetzt, damit der Betrieb sauber, störungsfrei und umweltschonend ist.
Das PolitPiano-Publikum wünschte sich allerdings noch den einen oder anderen Eintrittstarif mehr - für Behinderte, für ausschließliche Freibad oder Saunagänger. Da allerdings will er nicht mehr ändern: "Die Preise sind besser als in vergleichbaren Bädern der Region und mit Rabattkarten kann jeder sparen!" Schließlich diskutiere ja auch niemand über Kinopreise und da bekäme man nur einen ungesunden dunklen Raum geboten."Unser Merkmal ist Spaß, Bewegung und Aktion", lädt er selbstbewusst ein, sich auf das Abenteuer "Lagune" einzulassen.

Jährliche Besucher im Freibad Friedrich-Ludwig-Jahn/Lagune in Cottbus

Die Lagune kurz vor der Eröffnung (26.04.2007)



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