Klassische Panoramen und Bilder aus der Cottbuser Stadtgeschichte

Kunst im öffentlichen Raum - Wandbilder in Cottbus, Teil I

Sie ist einfach da, manchmal unbemerkt, oft temporär, machmal außergewöhlich und hin und wieder nah am Kitsch: Kunst im öffentlichen Raum. Sie ist ein Spiegel einer jeden gelebten Epoche der Gesellschaft und damit wertvoll und erhaltenswert. Grund genug, um ins Archiv zu gehen und diese Zusammenstellung zu zeigen. Es handelt sich hier nicht um eine vollständige und geordnete Auswahl an Wandbildern - vielmehr soll hier die Vielfalt der kreativen Arbeiten gezeigt werden - unabhängig vom Wert und der Einordnung für die Kulturgeschichte. Nicht bei allen Arbeiten konnten Urheber ermittelt und zusätzliche Informationen eingeholt werden. Sollte jemand sich und seine Arbeiten wiedererkennen, bin ich sehr dankbar, wenn sich dieser bei mir meldet. Die Kontaktdaten stehen im Impressum dieser Website.

Beim Sammeln der gezeigten Beispiele ist ein deutlicher Trend auszumachen: Wandbilder werden immer kurzlebiger. Während viele traditionelle Arbeiten in der Stadtpromenade inzwischen über ein halbes Jahrhundert zu sehen sind, werden Bilder der jungen Graffiti-Szene meist nur temporär (weil oft an alten Abbruchhäusern oder Bauzäunen aufgetragen) gezeigt. Das ist ein wenig schade, zumal gerade letztere Szene sich in der Qualität deutlich gesteigert hat.

Reinhard Bärmich und seine Wandbild-Serie zum Tierpark

Bild-Nr. 009d000943: Meinhard Bärmich - ein Urgestein der Cottbuser Illustrator-Szene -schuf Mitter der 1980iger Jahre diese Serie mit der freundlichen und augenzwikernden Auffordrung an den Betrachter, wieder einmal den Tierpark zu besuchen. Leider gab es diese Serie in der Bahnhofstraße nicht sehr lange. Kurz vor dem Neubau des Arbeitsamtes wurden die Arbeiten vernichtet. Das Bild wurde Anfang der 90er Jahre aufgenommen, damals noch auf analogem Filmmaterial

Wandbild an einer ehemaligen Umformer-Station auf dem Gelände der Brandeburgischen Technischen Universität Cottbus

Bild-Nr. 00157_1999: Wandbild an einer ehemaligen Umformer-Station(wurde zwischenzeitlich als Kultugebäude genutzt) auf dem Gelände der BTU Cottbus-Senftenberg. Der Urheber ist unbekannt und das Werk verschwand mit der Neugestaltung der Konrad-Wachsmann-Allee durch Abriss des Gebäudes.

Wandbild von Fritz Eisel

Bild-Nr. e0140442: Wandbild von Fritz Eisel (* 27. März 1929 in Lauterbach (Hessen); † 19. September 2010 in Langen Brütz), geschaffen in den 1980er Jahren. Während man anderenorts den Wert solcher Bilder als kunsthistorisches und geschichtliches Werk erkannte und diese teilweise sehr aufwändig restaurierte (Eisel`s Kosmos Serie in Potsdam beispielsweise) hatte man in Cottbus bei der Umgestaltung des Hauptgebäudes der BTU Cottbus-Senftenberg ein anderes Konzept, welches den Erhalt des Wandbildes nicht vorsah. Die Aufnahme entstand am 15.02.2006, wenige Stunden bevor die erste Platte abgenommen wurde. Die Trennschleifer hatten schon unwiderruflich ihre Spuren in dem Bild hinterlassen...

Das Kaleidoskop des Künstlers Christian Eiser

Bild-Nr. e0249430: Kein Wandbild, aber untrennbar mit einem Wandbild verbunden - das Kaleidoskop des Künstlers Christian Eiser. Das im Jahre 2001 starr installierte Kaleidoskop war auf das Wanbild von Fritz Eisel (Bild-Nr. e0140442 - Bild oben) ausgerichtet. Sah man bis Anfang Februar 2006 durch dieses "Fernrohr", so erlebte man wie sich die strengen Linien und die penibel ausgerechneten Raumeinteilungen des Bildes (wie sie bei den Arbeiten des Sozialistischen Realismus dominierend waren), mehrfach in einem Feuerwerk von Farben und Formen brachen. Eine frische und überaschende Sicht junger Kunst auf die Altvorderen. Leider ist das Kaleidoskop seiner Funktion teilweise beraubt (das angesprochene Wandbild gibt es nicht mehr), zumal die Bäume die neue Sicht auf die jetzige Glas-Stahl-Architektur verhindern und somit eine neuen Entsprechung schwierig macht... schade. / Material: Stahl, Edelstahl / Maße: Ø 9 cm, 130 x 46 cm / Standort: BTU Cottbus-Senftenberg, vor dem Hauptgebäude in Richtung Karl-Marx-Straße

Wandbild 'Bauarbeiter' von Walter Heinrich aus dem Jahre 1977

Bild-Nr. e0203235: Wandbild "Bauarbeiter" von Walter Heinrich (* 03.11.1927, Magdeburg; † 14.10.2008, Merzdorf bei Cottbus) aus dem Jahre 1977. Das 6,75 x 4,50 Meter große Werk wurde mit Emaillefarben auf Metallplatten hergestellt und zeigt die Verbundenheit der jungen Studierenden mit dem wertätigen Volk. Offensichtlich wurde diese Beziehung bis hin zur Farbgebung symbolisiert: das FDJ-Blau (Freihe Deutsche Jugend - die Jugendorganisation der DDR deren Mitglieder blaue Hemden trugen) und das Rot der Arbeiterklasse sollte die Aussage wohl unterstützen. Standort des Bildes: BTU Cottbus-Senftenberg, Lehrgebäude 1A, Hörsaal 1+2.
Das Bild ist wohl eines der Beispiele, an denen man sehen kann, das bei der Vergabe des Auftrages manchmal das SED-Parteibuch wichtiger war, als die Qualität der Arbeit - man sehe sich einfach nur mal die Hände der Personen an - da zieht auch nicht die Ausflucht "künstlerische Freiheit", da hat der Künstler schlichtweg die Stunden zum Thema menschliche Anatomie bei der Ausbildung verschlafen...

Gerhard Krüger`s Wandbild 'Mensch und Bildung' (1972/73)

Bild-Nr. p8446_2013: Gerhard Krüger "Mensch und Bildung" von 1972/73 (Restaurierungen 1978 und 2003), Maße: 7,2 x 25,1 Meter / Material: Glaskrösel / Standort: BTU Cottbus-Senftenberg, zwischen Lehrgebäude 2A und 2B.
Der Schweizer Professor für Plastisches Gestalten Jo Achermann, einige Jahre selbst an der BTU Cottbus-Senftenberg tätig, interpretierte das Bild so: "Der Künstler reiht zehn Figuren aneinander, die für verschiedene Berufsgruppen stehen. Zentrale Figur ist ein junger Mann, der in der einen Hand eine Friedenstaube hält, mit der anderen auf ein am Boden liegendes Maschinengewehr weist. Offensichtlich ist das Bild auch als ein Aufruf zur sozialistischen Landesverteidigung gedacht. Das Werk stellt ein typisches Beispiel für eine plakative politische Gestaltung im Sinne des sozialistischen Realismus dar und ist gerade deshalb als historisches Zeugnis erhaltenswert."
Gerhard Krüger hatte in den 70er Jahren mit Glasbrösel als Material für Wandbilder experimentiert. Leider erwies sich das Material als nicht langlebig. so das man nach zwei Restaurierungen gegenwärtig nur den Verfall der Arbeit beobachten kann. Weitere Restaurierungen sind zu aufwändig und zu teuer... Das Foto zeigt den Zustand im Jahre 2006.

'Besuchen Sie den Tierpark' Wandbild der Cottbuser Künstlergemeinschaft 'Strauss & Hillegaart'

Bild-Nr. e0223854: "Besuchen Sie den Tierpark" Wandbild der Cottbuser Künstlergemeinschaft "Strauss & Hillegaart" am Gebäude Franz-Mehring-Straße 18, einem Wohnhaus der Genossenschaft "eG Wohnen" / Übergabe am 27.06.2014 / Größe: 8 x 12 Meter / Die Initiative für diese gelungene "Kunst am Bau" ging vom Tierpark-Förderverein und dem Wohnungsunternehmen aus. Zwei Wochen Arbeit stecken in diesem Projekt.

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In etwa 30 Stunden Arbeitszeit schuf Martin Jainz (Kunst mit Herz CB), an einem Bauzaun am Blechen Carré diese aufwändige Graffiti-Arbeit aus dem Jahre 2019.
Die Texte sind teilweise Auszüge aus einer bekannten Rede des Häuptlings Seattle im Jahre 1855, an den amerikanischen Präsidenten, als Antwort auf den Kaufgesuch für das Land der Ureinwohner. Andere Zeilen sind während der Arbeit ad hoc hinzugekommen. Der Textstreifen unter dem Graffiti ist aus einem Theaterepilog des "Cottbusprojekts" in der Kammerbühne von Harald Fuhrmann und Christiane Wiegand, uraufgeführt im Jahr 2015.

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(Dirk Hiekel?)

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(Dirk Hiekel?)

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Pferd mit Reiter, unvollendet (November 2019) von Dirk Hiekel, Standort: Großenhainer Bahnhof in Cottbus

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Temporäres Wandbild (Entstehungsjahr 2019) von Glenn Buchholz aka Glönn auf dem Gelände des Großenhainer Bahnhofs in Cottbus.

Temporäres Wandbild (Entstehungzeitraum November 2019) von Glenn Buchholz aka Glönn auf dem Gelände des Großenhainer Bahnhofs in Cottbus. Dort waren die alten stillgelegten Fuktions-Gebäude entkrautet worden. Die jetzt freien Wände konnten offiziell von einer Gruppe junger Leute für ihre durchaus sehenswerten Graffiti genutzt werden. Die Besonderheit an diesem Bild: in der Dukelheit leuchteten Teile der Arbeit, wenn in dem Bau die Lichter angingen.

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Betonrelief 'Geschichte der Arbeiterbewegung' von Rudolf Sitte am 'Punkthochhaus' Berliner Platz 1

Betonrelief "Geschichte der Arbeiterbewegung" von Rudolf Sitte (* 13. Mai 1922 in Kratzau, Tschechoslowakei; † 4. März 2009 in Königsbrück, jüngerer Bruder des Malers Willi Sitte) am "Punkthochhaus" Berliner Platz 1. Umgesetzt wurde das Werk 1968/69 von den Mitgliedern der künstlerischen Produktionsgenossenschaft "Kunst am Bau" / Maße: 22 x 3,3 Meter / Material: Beton

Wandmosaik 'Sorbischen  Marktszene' von Dieter  Dreßler und Heinz Sieger   an  der  Gaststätte 'Am Stadttor' in der Cottbuser Stadtpromenade (1972)

Wandmosaik "Sorbischen Marktszene" von Dieter Dreßler an der Gaststätte „Am Stadttor“ in der Cottbuser Stadtpromenade (1972)

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"Aus dem Spreewald", Wandbild von Kurt Heinz Sieger (* 17. April 1917 in Görlitz; † 25. März 2002 in Zempin auf Usedom) aus dem Jahre 1969. Das Bild ist in der Porzellanmanufaktur Meißen im Bereich künstlerische Entwicklung (Bereich Wandgestaltung) vorproduziert worden. Leiter der Abteilung war damals Gerhard Schanze. Das Bild wurde auf edlem Porzellan mit sehr langlebigen Farben (Inglasurfarben, Unterglasurfarben und Mattglasurfarben) gemalt. Rechts oben erkennt man die edle Herkunft: Dort befinden sich die Blauen Schwerter, das international bekannte Logo der Porzellanmanufaktur Meißen. Der bekannte Künstler Arno Rink setzte sich Anfang 2000 für die Sanierung des Bildes ein, die wenig später umgesezt wurde. Dabei reinigte man das Bild gründlich und ersetzte defekte Fließen. Signatur: rechts unten.

`Cottbus` nach einem alten Stich, Wandbild von Kurt Heinz Sieger, Delfter Blau auf Meißener Porzellan (1972)

"Cottbus" nach einem alten Stich, Wandbild von Kurt Heinz Sieger, Delfter Blau auf Meißener Porzellan (1972), Signatur unten rechts (2.Kachel von rechts), Siegel Meißener Porzellan-Manufaktur oben rechts

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Rudolf Sitte und Dieter Graupner: Keramikwand an der ehemaligen Buchhandlung "Jenny Marx" (1975) - (zwischendurch Buchhandlung "Heron" heute Buchhandlung "Hugendubel")
Immerhin war die Gestaltete Trennwand zur Zeit der Aufnahme schon 45 Jahre alt. Eigentlich ist die Gestaltung sowohl sehenswert und unverwüstlich. Aber auch hier hat die die Generation "App" mit unverständlichen Vandalismus zugeschlagen. Es wird woh eine Frage der Zeit sein, bis so viele Elemente der Wand zerstört werden, das sie aus Sicherheitsgründen entfernt werden muss - schade, denn dieser Entwurf ist politisch nicht vorbelastet, zeitlos und einfach nur schön.

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