Klassische Panoramen und Bilder aus der Cottbuser Stadtgeschichte

Frühjahr 2020 - als die Stadt den Atem anhielt

Zum Jahreswechsel 2019/2020 erfuhr die Welt von der Existenz einer neuen Krankheit in Südost-Asien.

Aus China stammen die ersten Nachrichten, die zum Jahreswechsel 2019/2020 von einem neuen, noch unbekannten Erreger berichteten. Vor Ort wochenlang unterschätzt, in Europa als eine Art normale Grippe abgetan, zeigt das Virus recht bald seine hohe Aggressivität zu Lasten der oberen Atemwege und der Lunge der infizierten Menschen sowie seine hohe Ansteckungsgefahr bei direktem Kontakt. Auch die relativ hohe Sterberate, vor allem bei älteren und geschwächten Menschen, fiel auf. Der noch fehlende Impfschutz, die Unsicherheit gegenüber der neuen Krankheit und mangelndes Wissen nahmen Tag für Tag zu. Folgerichtig wude die Krankheit von der WHO als weltweite Pandemie eingestuft.

Abriss Hotel Lausitz in Cottbus

Genial einfach aufgebaut, entwickelt das Virus, einmal über die Schleimhäute des Menschen aufgenommen, seine fürchterlichen Auswirkungen. Es nistet sich in die Atmungsorgane ein und dockt an gesunde Zellen an. Es verschafft sich Zutritt zu der gesunden Zelle und zwingt diese, neue Corona-Viren zu erzeugen. Diese verlassen die sterbende Zelle und suchen sich neue Opfer - die Krankheit ist ausgebrochen. Die Betroffenen leiden unter Kopfschmerzen, Geschmackslosikeit und vor allem an Husten und Atemnot.


(abschließener Text mit Bilanz zun Ende der Krise)

Text

Je schlechter die Zeiten desto mehr Scharlartane sind unterwegs...

... und das war schon immer so. Wir erinnern uns an das tiefste Mittelalter, wo nach Missernten, Krieg oder Epidemien "Wunderheiler" und kirchliche Offizielle unterwegs waren, um die Notsituationen der einfachen Leute auszunutzen ("Der Thaler in dem Kästchen klingt, die Seele in den Himmel springt").
Heute passiert so etwas viel ausgewiefter, wie die Corona-Krise zeigt. Medien-"Spezialisten" streuen eine Unmenge widersprüchliche Zahlen und Informationen unter die Menschen, in denen die unterschwelligen Botschaften, gleich welcher Coleur, untergeschoben werden. Selbst Präsidenten versuchen mit einfachen und grobschlächtigen Fehlinformationen, scheinbar einfache "Lösungen" anzubieten. Das alles nützt wenig, denn die Corona-Gefahr bleit real und ist (Stand August 2020) immer noch existenzbedrohend für die Gesellschaft. Das einzige was sich dieser Tage weltweit vermehrt ist das Virus und die "Experten" in den Medein.
In Cottbus selbst, lief das nicht ganz so schlimm ab, was zum einen an der geringen Zahl der Infizierten und nicht zuletzt auch an den besonnenden Reaktionen aus den Rathaus lag. Unaufgeregte, klare Presse-Infos gaben den hiesigen Bürgern Anweisungen im Umgang mit Corona vor. Auch wenn nicht alles glatt lief. Beispielsweise die zu lange Vorhaltung an Intensivbetten im Thiemklinikum - eine Verschwendung ohne Beispiel angesichts einiger (weniger) Überbelegungen in Gesamtdeutschland und angesichts der Bilder aus Italien, wo wegen fehlender Intensivbetten zu viele Menschen starben.
Übrigens sagt Letzteres auch etwas über Europa aus. In den ersten drei Monaten der Pandemie fand Europa gar nicht statt, war eine einzige Entäuschung. Auch später wurde die Pandemie weniger über so sinnvolle Variablen wie gute Logistik oder Zusammenarbeit bekämpft. Stattdessen wurde der einfache Weg gewählt: viel Geld per Gießkanne über Europa ausschütten. Wer die Endrechnung dafür zahlt, dürfte für neuen Konfliktstoff innerhalb der EU sorgen...generationsübergreifend.
@ Scharlatane: natürlich schlugen diese auch in Cottbus auf. Neben unseriösen Verkäufern von Atemschutz-Masken und vermehrter Spam von Versicherungen u.ä., fanden viele Cottbuser auch nachfolgendes Faltblatt in ihren Briefkasten:

Kleider statt Klopapier -  eine satirische Deko eines Einzelhändlers in der Spreegalerie

Es wäre ja einfach nur zum Lachen, wie rückschrittliche Menschen heute noch denken. Aber angesichts des Altersdurchschnitts in Brandenburg ist es dennoch ärgerlich, wie einige wenige Gestrige mit den Ängsten vieler verunsicherten Menschen spielen dürfen. Da bleibt den Machern diese Pamphlets nur zuzurufen "Du sollst nicht falsch Zeugnis wider deines Nächsten ablegen". Nur fürchtet man, das die Empfnger das nicht verstehen wollen, so unterbelichtet wie sie sind.




Die Coroa-Chronik für die Region Cottbus (Auszug)

10.03.2020 Seit Anfang März breitete sich das Corona-Virus in Mitteleuropa aus, um den 10. März herum wurden auch in der Lausitz die ersten Fälle registriert.
11.03.2020 Cottbus hat die ersten drei Fälle von Corona-Infizierten. Es handelte sich zumeist um zurückgekehrte Personen, die ihren Ulaub in Italien verbracht hatten. Trotz noch nicht einheitlicher und verbindlicher Aussagen über Verhaltensmaßnahmen komt es zu den ersten Absagen von Veranstaltungen. Die Saison für die Lausitzer Füchse ist nach einem Verdachtsfall in ihren Reihen beendet, ein Pflichtspiel von Energie Cottbus stand auf der Kippe, der für den 21./22. geplanten Saisoneinstieg für Freizeitläufer (Ortrander Schneeglöckchenlauf) wurde abgesagt und die Leag stellte den Besucherverkehr für die Tagebaue und das Kraftwerk Boxberg ein.
17.04.2020 Brandenburg beschließt zur Eindämmung der Corona-Pandemie weitreichende Verordnungen die für das gesamte öffentliche Leben einschneidende Wirkung hat. Am 25.04.2020 wurden diese Verordnungen nochmals präzisiert.
21.04.2020 Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat es im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus/Chóśebuz einen ersten Todesfall gegeben. Ein 65-jähriger Mann aus dem Elbe-Elster-Kreis verstarb am Montagnachmittag an den Folgen der Virusinfektion.Statistisch betrachtet zählt der Fall zum Elbe-Elster-Kreis, wo der Verstorbene gemeldet war.

Kleider statt Klopapier -  eine satirische Deko eines Einzelhändlers in der Spreegalerie

Schließung kommunaler, adminstrativer und kultureller Einrichtungen sowie vieler Handeals- und Dienstleistungseinrichtungen.


27.04.2020 Es gilt im Öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel eine Pflicht zum Mund-Nasenschutz.
29.04.2020 Auf dem Cottbuser Altmarkt machten die Geschäftsinhaber der Touristikbranche auf ihre Situation aufmerksam. Sie beteiligen sich damit an einer bundesweiten Aktion, die Bemühungen für einen Exit-Plan aus den bestehenden Auflagen unterstützen und eine wirkungsvolle und vor allem schnelle finanzielle Hilfe für die in Not geratenen Unternehmen zu fordern. Bundesweit 11 000 Betriebe mit 80 000 bis 100 000 Mitarbeitern seien momentan von der Corona-Krise betroffen. Mit Einreise-Stops an den Grenzen und Reisewarnungen seien große Teile der Touristik-Branche zum Erliegen gekommen.
30.04.2020 Die Vereinssportregeln werden in der Stadt Cottbus gelockert. Allerdings, so schränkt es Ordnungsdezernent Bergner ein, darf auch auf den Vereinsanlagen nur im Freien Sport getrieben werden. Die Nutzung der Vereinsheime und der sanitären Anlagen sei nicht gestattet.Allerdings, so schränkt es Ordnungsdezernent Bergner ein, darf auch auf den Vereinsanlagen nur im Freien Sport getrieben werden. Die Nutzung der Vereinsheime und der sanitären Anlagen sei nicht gestattet.Vereine müssen ihre Aktivitäten schriftlich oder per E-Mail im Sicherheitszentrum der Stadt unter sicherheitszentrum@cottbus.de anmelden.
01.05.2020 Etwa 40 Gastronomen haben sich mit dem Kunst- und Aufmerksamkeits-Projekt "Leere Stühle" beteiligt. Dazu wurden leere Stühle auf dem Altmarkt und vor dem Staatstheater aufgestellt, um damit Bitten nach wirksameren Hilfen für Ihre Branche Nachdruck zu verleihen.

Aktion Leere Stühle der Cottbuser Gastronomen zur Corona-Krise (1.Mai 2020)

01.05.2020 Die Parkeisenbahn darf (mit strengen Auflagen) wieder fahren, der Tierpark und des Branitzer Schloss sind wieder zugänglich und der Forster Rosengarten öffnet für Besucher.
02.05.2020 Es gibt es keine aktuelle bestätigte Covid 19-Infektion in in Cottbus/Chóśebuz, d. h. aber nicht, dass die Stadt Corona-frei ist Bisher wurden 39 Personen mit Hauptwohnsitz in Cottbus/Chóśebuz positiv auf das Coronavirus getestet, gestern wurden die letzten drei von ihnen als genesen eingestuft. Seit 21 Tagen wurden in der Stadt keine neuen Corona-Infektionen festgestellt.Im Carl-Thiem-Klinikum wird derzeit kein Patient wegen einer Covid 19-Infektion behandelt.15 Menschen befinden sich noch in häuslicher Quarantäne, 6 weniger als gestern.
04.05.2020 Nachdem die zehnt-Klässler und Abiturienten schon wieder in die Schule durften, um ihre Prüfungen zu absilvieren, ist ab dem 04. April wieder Unterricht in den Grundschulen möglich. Verschärfte Hygiene-Regeln einschließlich der Abstandsregel sollen konsequent aufrecht erhalten werden. Allerdings ist momentan unklar, wie sich der erhöhte Platzbedarf und die erhöhte Leheranzahl in dem Corona-Schulbetrieb umsetzen lässt.
09.05.2020 Eine neue Welle der Lockerungen der Beschränkugen trat verteilt auf die kommenden Tage in Kraft. Spielplätze wurden wieder geöffnet, die 800 Quadratmeter Beschränkung im Einzelhandel wurde aufgehoben und Personen aus 2 Haushalten durften sich wieder treffen.
11.05.2020 weitere körpernahe Dienstleistungen sind wieder möglich (bspw. Fußpflege und Kosmetik) und die erweiterten Verkaufsmöglichkeiten an Sonn- und Feiertagen entfallen wieder.
15.05.2020 Restaurants, Cafe`s und Kneipen öffnen wieder mit beschränkten Öffnungszeiten und Abstandgebot von 1,5m / Dauercamping auch mit Wohnmobilen unter Auflagen wieder möglich / Außensportanlagen können wieder öffnen / Aufnahme des Trainingsbetriebes von Sportvereinen (keine Wettkämpfe)
25.05.2020 Touristische Vermietung wieder möglich (Hotels, Ferienwohnungen u.a.)

Aktion Leere Stühle der Cottbuser Gastronomen zur Corona-Krise (1.Mai 2020)

22.06.2020 In dieser Nacht leuchteten bundesweit rund 2000 Kulturbetriebe in Rot. Damit sollte die schwierige Lage der Kulturschaffenden nach dem Motto "Alarmstufe Rot" angezeigt werden. In Cottbus strahlten das Filmfestbüro, die Stadthalle, das Gladhouse und die Chemiefabrik in Rot. Es fiel jedoch auf, das sich gerade die großen, staatsfinanzierten Häuser in Cottbus, wie das Staatstheater oder das Kunstmuseum Dieselkraftwerk der Aktion verschlossen.
22.07.2020 Erstmals seit dem 12. April gab es in Cottbus vier neue bestätigte Fälle von Corona. Eine Familie brachte nach einem Urlaub die Infektion mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Corona Betroffenen in Cottbus auf 43.

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