Klassische Panoramen und Bilder aus der Cottbuser Stadtgeschichte

2020-2022 - als die Stadt für sehr lange den Atem anhielt / Die Corona Pandemie wütete in Cottbus - Teil II


02.12.2021
Wesentlich zu spät, aber endlich doch. Die Stadt machte ob der Inzidenz von 1136 mit einer neuen Quarantäneordnung ernst.

10.12.2021
Die Belastungsgrenze des Thiem-Klinikums ist erreicht. Mit 73 aufgenommenden Corona-Patienten, 18 davon auf der Intensiv-Station, werden Patienten in andere Krankenhäuser verlegt.

LR vom 11.12.2021

Altmarkt ohne Weihnachtsmarkt

15.12.2021
Auf der (fast aussichtslosen) Suche nach Weihnachten im zweiten Jahr der Pandemie. spielte sich folgende Szene ab: Auf dem Altmarkt tauchte ein Fahrrad auf. Mit leuchtenden LED`s behangen wurde es von einer Weihnachtsmännin gesteuert und fuhr schnurstracks auf den städtischen Weihnachtsbaum zu, unter dem das Gefährt von einem Dutzend Kindern erwartet wurde. Auf Nachfrage bei der Weihnachtsmännin erfuhr man, das hier Akteure der Kindertanzgruppe eines Karnevalvereins ihr kleines Weihnachtsfest feierten. Mit Tänzen und Weihnachtssingen zelebrierten sie das, was uns dieses Jahr abhanden gekommen ist: Weihnachten. Danke für diese Szene.

Die Kinder einer Tanzgruppe eines Karnevalsvereins feiern ein kleines Weihnachten auf dem Altmarkt in Cottbus

18.12.2021
Vier Tage zuvor hatte die größte regionale Tageszeitung die Schlagzeile "Cottbuser untersuchen künstliche Intelligenz" gebracht. Da kannn man nur hinzufügen, `Leute macht mal Druck, denn die natürliche Intelligenz schient uns auszugehen`. Dies ist sicher überspitzt formuliert, aber die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie und der Umgang mit dieser auf beiden, sich konträr gegenüber stehenden Seiten war unglaublich fahrlässig. Rund 4000 Menschen zogen bei regnerischem Wetter(!) und trotz strikter Begrenzungen (für 2 Veranstaltungen waren je 1000 Personen zugelassen) durch die Innenstadt von Cottbus. Die zögerlichen Reaktionen der Administrative, Wahkampf, Regierungsbildung und Antrittsbesuche der neuen Bundes-Minister waren wichtiger, als die Probleme der Pandemie. Der abgelöste Gesundheitsminister machte eine zunehmend unglückliche Figur mit seinem Zick-Zack-Kurs und der neue Gesundheitsminister versuchte endlich einmal Klartext zu reden und wies auf die Diskrepanz zu den bestellten und letzlich gebrauchten Impfdosen hin. Letzterer war es auch, von dem man in der neuen Regierung den Eindruck hatte, das er wirklich arbeitete. Fakt war aber: in Studien anderer Länder war die Frage der 3. Boosterimpfungen seit Sommer bekannt und wurden beispielsweise seit Juli in Israel konsequent mit entsprechend positiven Ergebnis umgesetzt. Deutschland hatte diese Entwicklungen verschlafen, als "plötzlich" die noch gefährlichere Omikron-Variante vor der Tür stand. Auf der anderen Seite erlebten Händler, Schausteller, Kulturschaffende das zweite Jahr in Folge den Verlust von Einahmen und damit der Niedergang ihrer Existenzgrundlage. Die Situation um die ausgefallenen Weihnachtsmärkte und das unglückliche Agieren der Lokalpolitik, trug zu der schlechten Stimmung bei. Der Impzwang, der kein Impfzwang war (oder doch?), trieb selbst Menschen die für eine Impfung waren bei 2G+ in die Verzweiflung. Für sie waren die jetzt übereilten Wunschträume der Politik nicht mehr praktikabel und wurden als gefühlte Eingriffe auf die Grundrechte eines jeden Bürgers wahrgenommen. Der Zugriff des rechten Spektrums, AfD, Scharlatarne und vermeintlicher Besserwisser auf die bürgerliche Mitte wurde erleichtert und fand mit den Demonstrationen Ausdruck. Die Lunte brannte (auf verkürzter Länge) , der Ton wurde rauer. Das machte Angst und war sicher nicht zielführend zur Bekämpfung der Pandemie. Angesichts der folgenden Bilder blieb die Frage: Wie konnte die Politik so viele Menschen verlieren? Ist der Riss in der Gesellschaft überhaupt noch zu kitten?

LR vom 20.12.2021

In Erwartung der Ereignisse

Der Protestzug setzt sich in Bewegung

Der Protestzug setzt sich in Bewegung

Der Protestzug setzt sich in Bewegung

18.12.2021

18.12.2021

18.12.2021

22.12.2021
Der folgende Aufruf der Stadtverordnetenversammlung an die Cottbuserinnen und Cottbuser wurde am Mittwoch, den 22.12.2021, von den Stadtverordneten mehrheitlich verabschiedet:
Liebe Cottbuserinnen und Cottbuser,
die pandemische Situation in unserer Stadt ist nach wie vor höchst besorgniserregend. Wir stecken mitten in der vierten Welle der Corona-Epidemie. Wir müssen alles dafür tun, dass uns eine fünfte Welle nicht derart hart trifft. Das Impfen ist das derzeit wirkungsvollste Mittel, diese Pandemie einzugrenzen. Wir rufen alle Cottbuserinnen und Cottbuser zu Solidarität und Zusammenhalt auf. Das heißt auch, sich an die Regeln zu halten, Abstand zu wahren, sich regelmäßig zu testen, wo nötig eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und alle weiteren Hygieneregeln zu beachten. Wir, die Stadtverordneten, appellieren an die Cottbuserinnen und Cottbuser, insofern noch nicht geschehen, sich umfassend über eine Impfung zu informieren und sich impfen zu lassen. Wir bitten auch alle Eltern und Sorgeberechtigten, sich mit der Impfung ihrer Kinder zu beschäftigen, sich kinderärztlichen Rat zu holen und dann zu entscheiden. Wir fordern Bund und Land auf, die Bereitstellung des Impfstoffes zu verstetigen und verlässlich dafür zu sorgen, dass zu jeder Zeit ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Wir danken sehr herzlich dem Pflegepersonal und der Ärzteschaft in den Kliniken, in den Betreuungseinrichtungen sowie dem Rettungsdienst für ihren nimmermüden Einsatz während der Pandemie. Wir danken den Beschäftigten im Gesundheitsamt und in den weiteren Behörden, die mehr als engagiert ihren schwierigen Job machen. Wir danken den vielen ehrenamtlichen Kräften, die für andere Menschen während der Pandemie da sind. Nur gemeinsam werden wir das Virus besiegen. Wir wünschen Ihnen, auch in dieser schwierigen Zeit, ein besinnliches Weihnachtsfest.

22.12.2021
Neue Verordnungen: ab 27. Dezember strengere Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene

27.12.2021
Nach den überraschend großen Demos, wird eine weitere Ernte der seltsamen Corona-Politik eingefahren: Cottbus ist "Spitze"!

27.12.2021

28.12.2021

30.12.2021
Die Stadt Cottbus informiert per Pressemitteilung über gefälschte Stempel in Impfnachweisen.

Fälschung

Silvester in Cottbus2021/2022

31.12.2021
Das zweite Silvester unter Corona-Bedingungen. Zwar gab es wieder ein Böllerverbotauf öffentlichen Plätzen, dennoch war wieder mehr Feuerwerk am Himmel über Cottbus zu sehen. Dabei gab es dazu keinen Anlass wie die folgende Zusammenstellung zeigte:

Corona-Zahlen Jahreswechsel Cottbus

Diese Übersicht der Jahreswenden 2020/2021 und 2021/2022 zeigt wenig Erfreuliches. Einzig in der Spalte "Verstorbene" ist ein Mut machender Trend auszumachen, ein Verdienst der Ärzt(innen) und Pfleger(innen) in den Kliniken. Dafür kann man den dauergestressten Mitarbeitern nicht genug danken. In den anderen Bereichen, bspw. Neu-Infizierte, Inzidenzen oder belegte Klinikbetten gibt es nur negative Tendenzen. Auf eine Gesamt-Quarantäne-Erfassung wurde wegen erhöhter Infektionszahlen weitgehend verzichtet. Zu Umfangreich war die Nachverfolgung der Fälle und irgendwann nicht mehr abzuarbeiten. In Cottbus beschränkte man sich diesbezüglich auf Kindereinrichtungen und Schulen. Angesichts der Tatsache, das zur Jahreswende 2020/2021 noch nicht geimpft wurde und 2021/2022 teilweise schon die dritte Impfung pro Person verabreicht wurde, ist der Fortschritt in der Bekämpfunng der Pandemie durch die erfolgten Impfungen nicht belegbar. Das war enttäuschend und spielte den Impfgegnern in die Karten. Bleibt die Frage: Warum ist das so? Für den Impfleugner ist es einfach. Er kann aus einem ganzen Arsenal an abstrusen und wenig belegbaren Theorien schöpfen. Für den Realisten lohnt sich aber ein Blick auf andre Länder. Bspw. Israel: mit einer vergleichsweisen Durchimpfung der Bevölkerung (ca. 61% im Dezember 2021) feierten die Israelis ihr Chanuka mit einer vergleichsweisen niedrigen (zweistelligen) Inzidenz. Der Unterschied zu Deutschland ist einfach und nachvollziehbar erklärt. Schon im Juni 2021 thematisierte man Impfdurchbrüche bei doppelt Geimpften. Man untersuchte das neue Phänomen sehr schnell (auch Aufgrund der guten Datenlage) und begann schon im Juli mit den ersten Booster-Impfungen. In Deutschland jedoch, setzte man ausschließlich auf das "Umdrehen" der Ungeimpften, wohl wissend, das es auch in anderen Ländern wenig bis nichts brachte. Wer sich nicht impfen lassen wollte, der impfte sich eben nicht. Die zögerlich steigenden Impfraten belegten diesen Fakt. Auch in Israel, welches dieses Problem hauptsächlich mit den orthodoxen Juden hat (sorry, kein Rassismus - sie sind nun mal die größte Gruppe der Impfverweigerer in Israel). Israel reagierte bei annähernd gleicher Impfquote besser und vor allem schneller. Während in Deutschland die Impfdurchbrüche erst klein geredet wurden, jagte über Monate eine Minister-Runde die andere (mit ungenügenden Ergebnissen). Erst Mitte November (die aggressive Corona-Variante Omikron stand vor der Tür) begann man mit dem "Bostern", Mitte Dezember(!) dann für alle.
Nächster Punkt: das Führen der Corona-Statistiken. Traue niemals einer Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast. So der bekannteste Spruch in den Ämtern. Das galt auch bei dieser Darstellung. Obwohl sie nach den offiziellen Zahlen der Stadt Cottbus aufgestellt ist, scheint es eher unwahrscheinlich das sie die realen Zahlen abbildet. Feiertage, Fülle der Fälle, schwankende Testzahlen und das Bedürfnis, nicht mehr der intensivste Hotspot in der Bundesrepublik zu sein, tragen hier zweifelhafte Früchte. Wenn diese einem Betrachtungszeitraum von 7 Tagen (Inzidenz-Zeitraum) nur 2 Tage mit halbwegs realen Zahlen (die im Übrigen auch eine Dunkelziffer enthalten) belegt werden können, muss man sich nicht wundern, wenn innerhalb weniger Tage die Inzidenz vom vierstelligen Bereich auf rund 620 fällt. Oder mit den Worten unseres neuen Bundesgesundheitsministers Lauterbach: "...die gegenwärtig abgebildeten Fallzahlen können mit 2 oder gar 3 multipliziert werden - dann haben wir die nicht berücksichtigte Dunkelziffer der Daten" Lauterbach war es auch, der zu aller erst eine Inventur des vorhanden Impfstoffdosen in der Bundesrepublik durchgeführt hat und sofort eine neue, größere Bestellung ausgelöst hat. Offenbar ist er der Einzige von den amtierenden Politikern, dem die Diskrepanz von den bisherigen laufenden Bestellungen (15-30 Millionen Dosen) und der Größe der Bundesbevölkerung aufgefallen ist. Ich finde das selbst von der neuen Regierung höchst peinlich. Letztendlich sind solche manipulativen Zahlen, wie in dieser Ausarbeitung wenig hilfreich. Sie dienen nur politischen Zielen, verstärken das Misstrauen der Bürger und lassen keine solide Forschung an der Pandemie zu. Das wirkich ärgerliche dieser Tage: der dreifach Geimpfte stand in der gleichen Warteschlange bei den PCR-Test-Stationen, wie der Ungeimpfte - nur um seinen Vater in der Seniorenresdenz besuchen zu dürfen. Da fragt man sich, was die Impfung bringt. Schwer zu verstehen.

13.01.2022
DPA meldet das Aus der Luka-App. Die elektronische Nachverfolgungs-Hilfe für Handys und Tablets hat sich wegen Lecks in der Datensicherheit und Nichtnutzung durch die Gesundheitsämter ins Abseits manövriert. Laut einer Umfrage Ende 2021 wird die App in Brandenburg nur von einem der 18 Gesundheitsämter genutzt (laut brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnenmacher). Die mit großem Getöse im März ´21 eingefürte, Millionen-teure, Lukas-App erwies sich genauso mangelhaft, wie die sündhaft teure, im Juni 2020 von Siemens & Co eingeführte Corona-Warn-App. Mitte Januar 2022 war die Lukas-App auf den Seiten von Cottbus.de nicht mehr aufgefürt, trotz der Vertragslaufzeit für diese App bis März 2022. Unzählige User hatten sich die elektronische Corona-Nachverfolgungs-App auf ihr Handy geladen, obwohl bekannt war, das einige Teile der Apps mit Hilfe von Programierbausteinen von Google zusammengebaut wurden. Dabei wurde wenig daran gedacht, das Google und Co. mit Hilfe seines Handybetriebsystems, der Webbrowser und letztendlich der vorgefertigten Programmierbausteien gern auf die Daten der User schaut und damit nicht mit dem europäischen Datenschutz kompatibel ist.

15.01.2022
Die veränderte Verordnung über befristete Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 im Land Brandenburg (Zweite SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung - 2. SARS-CoV-2-EindV) trat auf Grund der hohen Infektionszahlen der Omikron-Variante in Kraft. Die Inzidenz-Zahlen erreichten bundesweit neue Rekordzahlen (seit Beginn der Pandemie), die jenseits der 500er Inzidenz lagen. Darauf passte auch die brandenburger Regierung ihre Maßnahmen an.

20.01.2022

25.01.2022

Januar 2022
Der Januar 2022 galt als der Demonstratins-Monat in Cottbus. Ende Januar wurde fast täglich demonstriert - ungewöhnlich für Cotbus. Dabei wurden die Töne immer rauher - auf beiden Seiten.

10.02.2022

24.02.2022


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